Der Pharisäer – 2cl oder 4cl Rum?

Das Gerichtsurteil – Vergleichsschlürfen

An einem kalten Wintertag – genau 109 Jahre nach der „Erfindung“ des friesischen Nationalgetränkes – kehrte ein Flensburger Zahnarzt in ein Glücksburger Ausflugslokal ein, bestellte für sich und seine Frau zwei originalgetreue Pharisäer, probierte, schüttelte den Kopf und weigerte sich, diesen Pharisäer zu bezahlen. Mehr lesen

Eiergrog – Rezept

Rezept für Eiergrog
Leckerer Eiergrog, frisch zubereitet im Friesen-Café auf der Insel Amrum
Eiergrog – frisch zubereitet

Und so gelingt das nordfriesische Original richtig gut:

Ein gut vorgewärmtes, feuerfestes Glas
-> dicke Gläser halten länger warm
-> vorsichtig in der Microwelle erwärmen

Ein heiles, legefrisches Ei Ihres Lieblingshuhnes
-> nur das Eigelb wird benötigt
-> kaputte Eier sind hygienisch bedenklich

1-1,5 Esslöffel Zucker

4-8cl stark erhitzten Rumverschnitt (Mikrowelle oder Topf)

6cl heißes Wasser
-> Das gehört NICHT in einen Eiergrog: Eierlikör, Milch, Milchschaum, Sahne, Sahnehaube, Strohhalm Mehr lesen

Der Pharisäer – Die einzig wahre Geschichte

Nationalgetränk der Friesen

Wohl kaum ein Getränk ist so sehr zu einer Art Nationalgetränk geworden, wie bei uns der “Pharisäer”. Erstens hat er eine authentische Geschichte, und zweitens gab es 1981 sogar einen richtigen Prozeß um ihn, mit Ortstermin, gerichtlichem Vergleichsschlürfen und richterlicher Entscheidung vor dem Amtsgericht in Flensburg.

Die Pharisäergeschichte

Am 12. Oktober 1872 wurde der “Pharisäer” von dem Bauern Peter Georg Johannsen im Elisabeth-Sophien-Koog auf Nordstrand sozusagen aus einer gewissen seelischen Not heraus erfunden, und das als das siebente Kind der Johannsens auf den Namen Helene Petria getauft wurde. Eine Kindtaufe ohne ein fröhliches “Prost” war damals undenkbar. Der Nordstrander Seelenhirte, Pastor Georg Bleyer, Taufgast bei den Johannsens, hatte dem Alkohol einen gnadenlosen Kampf angesagt. So war die Taufgesellschaft dazu verurteilt, immer nur Kaffee zu trinken. Doch Bauer Johannsen hatte auf einmal die rettende Idee:

Einen ordentlichen Schuß Rum in eine angewärmte Kaffeetasse geben, mit heißem Kaffee auffüllen, zuckern und (damit dem Pastor nicht das Rum-Aroma in die Nase steigt) dem Ganzen eine dicke Sahnehaube aufsetzen. Aber, so ermahnte er die Mamsell, der Pastor kriegt nur Kaffee! Mit der zunehmenden Fröhlichkeit wurde jedoch Pastor Bleyer immer mißtrauischer. Ganz heimlich langte er nach der Tasse seines Nachbarn, nippte daran, und posaunte plötzlich los: “Oh ihr Pharisäer!”. So war nicht nur Helene Petria, sondern auch gleich das neue Getränk getauft worden.
Mit freundlicher Genehmigung: Inselmagazin, Ausgabe 1999

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