Historisches

1999 – Heutzutage
Friesen-Cafe - Heute
Unser Friesen-Café heute

Wir – Angela Reimers-Nissen und Jens Nissen – führen den Betrieb jetzt in dritter Generation. Modern und dennoch traditionsbewusst.

So ist der Schwerpunkt mittlerweile ganz klar die Kompetenz in Sachen „immer etwas Besonderes“ – Ihr Tortenparadies.

Wir bieten Ihnen immer gerade das, was wir selbst in einem guten Café erwarten! Und das immer authentisch, möglichst regional und nachhaltig, von guter Qualität, locker serviert aber bitte mit Freude und Spass! Wir langweilen Sie nicht mit der 1000sten Schwarzwälder-Kirschtorte – so köstlich diese Torte auch ist – sondern versuchen solche Leckereien neu zu interpretieren.

Einfach, anders, lecker!

Unsere tägliche Herausforderung dabei: Ihnen ein kleines Stück Behaglichkeit schenken, ein Lächeln, einen kleinen „Klönschnack“ und nebenbei die leckersten Köstlichkeiten servieren. Immer wieder in gleichbleibend guter Qualität. Unser eigener Anspruch ist immer Maßstab.

Das dabei auch einmal etwas schiefgehen kann liegt in der Natur der Sache! Es läuft nicht immer alles perfekt, und wenn einmal etwas schiefläuft geben Sie uns die Chance es zu korrigieren.
Wir halten es da gerne mit Eugen Block, durchaus ein Vorbild als Unternehmer.

Der Lohn der ganzen Müh? Nicht nur der Verdienst in Euro sondern auch und gerade die Herzlichkeit und Freundlichkeit vieler Gäste, die Freude über ein Wiedersehen! Die Kinder, welche von klein auf uns mit Ihren Eltern besuchen; die ganz Treuen, welche schon zu großvaters Zeiten unsere Gäste waren und oftmals Freunde der Familie wurden. Die vielen kleinen Dinge machen unseren Beruf aus.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die letzten 65 Jahre Friesen-Café!

Angela, Tatje und Jens Nissen – mit unserer tollen Truppe: Dana, Evija, Engelbert, Gerret, Bandik und all‘ den Vielen die schon hier im Friesen-Café gearbeitet haben!


 

In den 1940er Jahren
Friesen-Cafe um 1950
Friesen-Cafe um 1950 Links Gertie Quedens, geboren in Brooklyn, NY, USA und verheiratet mit Kai Quedens. Rechts Liesbeth Friedrichs, verheiratet mit Friedrich Friedrichs (danke für die Info zu den Personen an Peter H Block aus den USA)

 

Meine Großeltern Anni und Meinert Nissen erwerben um 1941 das von einer Fliegerbombe teilweise zerstörte Gebäude, in welchem sich noch heute das Friesen-Café befindet.

Die Hebamme des Ortes – vorherige Besitzerin – wollte nicht mehr in diesem Haus wohnen. Die herrenlose Fliegerbombe, welche nach unseren Recherchen nicht detoniert ist, zerstörte – alleine durch die Wucht des Aufpralls – den von der Straße abgewandten Bereich des Gebäudes teilweise.

Der verantwortliche Pilot war vermutlich – verständlicherweise – recht angespannt und hat wohl sofort nach Landsichtung seine eigentlich tödliche Last abgeworfen, oder er wollte „Zuhause“ nicht mit einer Bombe im Schacht erwischt werden. Diese Frage werden wir heute nicht mehr klären können 🙂 .

 Um 1950, nachdem das Haus wieder bewohnbar gemacht wurde, betrieben meine Großeltern Anni Nissen und Konditormeister Meinert Nissen offiziell ein Café in diesem Haus. Die gute Stube, welche heute das „Kleine Zimmer“ ist, wird anfänglich mit als Gastraum genutzt. Ein Schlafraum mit Waschgelegenheit (gehobener Standard zu dieser Zeit) war unterm Reetdach eingericht.

Anfang/Mitte der 1960er
Friesen-Cafe in den 60er Jahren
Friesen-Cafe in den 60er Jahren

Vielerlei „neumodischen Kram“ gab es bei meinen Großeltern zu bestaunen:

Ein Kühlschrank auf Amrum! Für uns heute eine Selbstverständlichkeit aber zu Großvaters Zeit ein absolutes Novum.

Auch eine komplett geflieste Backstube war um 1950 etwas außergewöhnliches und ebenfalls Inselweit einmalig.

Das Oma und Opa dann das erste Fertighaus auf Amrum fertig errichteten, ist wohl selbstverständlich 🙂

Unsere Großeltern waren auch sonst nicht untätig und hatten viele „seltsame“ Ideen. Ein Garten wurde für die Sommergäste angelegt mit Tischen, Bänken und Liegestühlen. Es gab dann auch ganz unspektakulär Würstchen mit Salat und Erbsensuppe. Ob es im Garten nur Kännchen gab ist nicht überliefert.

1976 / 1977

Umzug meiner Eltern auf die Insel Amrum

Etwa 1980
Friesen-Cafe in den frühen 80er Jahren
Friesen-Cafe in den frühen 80er Jahren

„Next Generation“. Meine Eltern – Konditormeister Theo Nissen und seine Frau Irmtraud, die gelernte ist – übernehmen 1976 das Friesen-Café. Ursprünglich wollte mein Vater den elterlichen Betrieb nicht übernehmen, hatte er doch mit meiner Mutter ein Geschäft in Wilhelmshaven aufgebaut.

Nichtsdestotrotz stand ein großer Umzug an von Wilhelmshaven auf die Insel Amrum. Sicherlich kein leichtes Unterfangen, musste doch fast das komplette Inventar einer kleinen Konditorei und ein ganzer Hausstand samt 3 halbgaren Kindern von Wilhelmshaven auf die Insel Amrum geschafft werden.

Als erstes wurde im Friesen-Café neues Mobiliar angeschafft, ein moderner Kuchentresen eingebaut, pfiffiges Geschirr musste her und die mitgebrachten modernen Gerätschaften erfüllten in der Konditorei weiterhin ihren Zweck. Nach und nach wurde überall ein wenig umgebaut und modernisiert; ein neues Reetdach wurde eingedeckt. Kurzum, es wurde investiert in die Zukunft und in ein solides Unternehmen.

Leider verstarb mein Vater Theo viel zu früh im Jahre 1980. 2 Jahre später – leider auch schon viel zu früh – mein lieber Großvater Meinert.

Meine Großmutter „Anni“ erlebte fast Ihren 90 .ten Geburtstag. Sie war noch viele Jahre als „Kaffeetante“ in der Kaffeeküche tätig. Hierzu gibt es eine nette, kleine Anekdote…

Oma Anni und der komische Eiergrog:

Oma Anni (Amrum-Oma) war schon weit über 70, eher fast 80, aber Sie stand immer noch täglich in der Kaffeeküche im Friesen-Café Ihre „Frau“. Wie die Jahre es so mit sich bringen sind die Augen mit der Zeit eben nicht mehr die besten und Oma soll laut Küchenbon einen Eiergrog rühren:

Eiergrog-Rezept: Dazu kommt Zucker und ein Eigelb (heutzutage hygienisch einwandfreies Industrieeigelb – Tetrapack) welches dann mit dem Mixer im Glas schaumig geschlagen wird.

Wie Oma da nun so steht und „vor sich hinrührt“ kommt Ihr die ganze Sache doch nach einiger Zeit etwas spanisch vor und Sie fragt mich: „Du, Jens, kannst Du mal gucken? Das wird irgendwie gar nicht so richtig was“. Ich liege schon lachend hinter der Spülmaschine als meine Mutter in Ihrer unnachamlich trockenen Art anmerkt: „Anni, mit ’nur Zucker‘ wird das auch nichts“.

Glücklicherweise war Oma Anni ein ausgesprochen fröhlicher Mensch und hat natürlich am lautesten über sich selbst gelacht. Aber, fortan war Oma „Anni“ kaum noch zum Kaffeedienst zu bewegen. Nun, mit fast 80 Jahren darf man dann aber auch mal eine Pause einlegen.

Ich erinnere mich imer wieder sehr gerne mit einem Lächeln an diesen Moment!